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Spitzenbesuch bei Züchterabend
Der Verdener Züchterabend ist Meinungsbörse und Kontaktplatz ersten Ranges für Fleischerinderzüchter Deutschlands und darüber hinaus.
Das belegte der Rekordbesuch mit 500 Teilnehmern in diesem Jahr sehr eindrucksvoll. Auch wenn man nicht jährlich einen neuen Zuchtbullen benötigt, so reist man unter Fleischrinderfreunden doch zum Teil von weither an, um sich ein Bild über den Leistungsstand der Tiere zu verschaffen und um Kontakt aufzufrischen und zu knüpfen. Kein Wunder also, dass die Elite-Rinder anlässlich der „Verdener Spätlese“ in diesem Jahr besonders flott verkauft wurden. Den Spitzenpreis erzielte dabei „Dixie“, ein hornlos gezogenes, 13 Monate altes Limousin – Jungrind allerbester Abstammung. Für 3600 Euro ging es an einen hessischen Zuchtbetrieb. Sein engagierter Züchter Heinz Siems, Geestenseth, präsentierte es in Top-Form.
Neues Schauprogramm
Unter dem Motto „Verdens Zukunft“ zeigte die Fleischrinderabteilung der Nordrind GmbH ein attraktives Schauprogramm. Weil mitten in der Deck- und Kalbesaison das Richten von Kühen und Bullen in der Vergangenheit durch manche Lücke im Wettbewerb litt und eine Neuerung einem Jubiläum sehr gut zu Gesicht steht, gab die Nachzucht in diesem Jahr den Ton an.
Simultan in zwei Ringen wurden Rinder und Jungrinder der Rassen Angus, Blonde d’ Aquitaine, Charolais, Galloway, Hereford, Highland und Limousin gezeigt.
Die Preisrichter Dr. Sabine Schmidt, Rinderzucht Mecklenburg Vorpommern, und Dr. Eberhard Ostendorf, Rinderunion Baden-Württemberg, hatten kein einfaches Amt. Die Qualität der Tiere lag in der Spitze sehr eng beieinander.
Insbesondere die größeren Rasseblöcke Charolais, Galloway und Limousin zeigten ein erfreulich breites Feld hervorragender Zuchttiere.
Gut herausgebracht zeigte sich die Angus-Kollektion. Den Sieg errang das jüngste Rind des Wettbewerbes. Gerade ein Jahr alt, ließ „Berbel“ von Dieter Meyer, Bissendorf, sehr korrekt, typvoll und bestens entwickelt, ihre Konkurrentinnen hinter sich.
Den Reservesieg errang „Hellen“ von Thorsten Ahlers, Visselhövede. Sie machte ihrem Top-RZF-Vater „Pluto“ alle Ehre.
Hundert plus eins
Eigentlich müsste es 102 plus 1 heißen. Setzt man die letztjährige Bestmarke im Bullenverkauf auf einhundert Prozent, dann passt jedoch die Überschrift zur Auktion auf den Punkt.
Angesichts der bevorstehenden Änderungen der Agrarförderung, angesichts damit verbundener Planungsunsicherheit und angesichts möglicher Nachteile für Bullenmast und Mutterkuhhaltung stand der erfolgreiche Auktionsverlauf zur Jubiläumsveranstaltung keineswegs fest. Dass dennoch 103 hochwertige Zuchtbullen in Verden den Besitzer wechselten, zeugt von der positiven Einstellung der Verdener Käufer. Wer in gute Bullen investiert, sichert einen erheblichen Teil des Betriebserfolges. Die letztjährige Bestmarke wurde wieder erreicht. Dafür mag auch die außerordentlich gute Qualität der sehr gut vorselektieren Zuchtbullen im Verdener Angebot gesorgt haben.
Mehr als 2000 Interessierte konnte die NORDRIND zur Auktion in der Niedersachsenhalle begrüßen. Wer sich in Deutschland mit Fleischrinderzucht beschäftigt, denkt mindestens einmal im Jahr an die Fleischrindertage in Verden. Und wer die Zeit hat, der fährt hin, auch wenn er keinen Bullen benötigt. Freunde trifft man dort außerhalb und bei Geschäftsabschlüssen. Die gastgebenden Züchter freuen sich jährlich von neuem auf ihren Besuch.
Auch wenn der Jubiläumsmarkt nicht bei allen Rassen optimal lief, so überzeugten Gebote und Preisniveau dennoch. Mit 2050 Euro lag der Durchschnittspreis nur um ein Prozent unter Vorjahresniveau und auch die Spitzenpreise von 3200 Euro bis 3800 Euro für die Top-Qualitäten überzeugten.
Bei den Rassen Angus und Galloway lief es in diesem Jahr nicht ganz so optimal.
Zwar war die Qualität der angebotenen Bullen auch hier sehr gut, wurde jedoch nicht immer durch entsprechende Gebote honoriert. Das Angebot ist künftig etwas zurückzunehmen. Den Spitzenpreis bei den Angus erzielte der von Walter Schecker, Uetze, Hannover, gezogene Reservesieger. Er überzeugte durch Exterieur und Leistungsdaten gleichermaßen und wird künftig auf der Besamungsstation Neustadt / Aisch für zahlreiche Vererbung sorgen.
Der Angus-Siegerbulle aus dem Betrieb Carl-Heinrich Meyer, Stemwede, Minden, wurde von Biogut Steinhuder Meer, erworben und wird hier in einer der größten niedersächsischen Mutterkuhherden decken.
Zwei weitere sehr gute Zuschläge erzielten Thorsten Ahlers, Visselhövede, Rotenburg, und Heinz-Wilhelm Riekenberg, Engensen, Hannover. Ihre typvollen und stark bemuskelten Ia-Preisträger erzielten 3100 Euro und 2800 Euro.
Die Nordrind blickt auf einen guten Bullenmarkt zurück. Mit Blick auf die Einkommenslage unserer Landwirte und mit Blick auf andere Auktionen in Deutschland war die Jubiläumsauktion sogar außerordentlich gut.
Dank und Anerkennung spricht die NORDRIND den niedersächsischen Züchtern für die in Verden vorgestellten Tiere aus. Das betrifft den Schaubereich mit einer Rekordbeteiligung von 130 Tieren genauso stark wie den Verkaufsbereich.
Wieder mehr als 100 verkaufte Bullen sind Beleg für züchterisches Können und ein schöner gemeinsamer Erfolg.
Quelle:
Friedrich Averbeck
Nordrind GmbH